Termin
Mittwoch, 17. Oktober 2018, 19 Uhr
Ort
Propstei, Nonnenmühlgasse 2, 04107 Leipzig
Referent
Juna Grossmann, Berlin, und Dr. Felix Klein, Berlin

Schonzeit vorbei? Über das tägliche Leben mit dem Antisemitismus

Antisemitische Gewalttaten und offener Judenhass sind in Deutschland kein Relikt einer weit hinter uns liegenden Vergangenheit, sondern erschreckend weit verbreitet und tagesaktuell. Die jüdische Deutsche Juna Grossmann beobachtet seit Jahren, wie judenfeindliche Angriffe zunehmen und immer lauter und bedrohlicher werden. In ihr wächst eine Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte: So lebt sie mittlerweile auf gepackten Koffern – jederzeit bereit zur Flucht vor dem Hass. Dr. Felix Klein wurde aufgrund solcher Erfahrungen zuletzt als Beauftragter der Bundesregierung eingesetzt. Gemeinsam diskutieren sie die drängenden Fragen: Was bedeutet es, wenn sich Menschen inmitten der Gesellschaft zunehmend bedroht fühlen? Welche Auswirkungen hat der Antisemitismus auf die Umstehenden? Was motiviert antisemitische Straftaten durch Ansässige, warum kommt es zu judenfeindlichen Angriffen durch Migranten? Und wie kann dem Hass entschieden begegnet und ein friedliches Zusammenleben gesichert werden?

Juna Grossmann verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit für Gedenkstätten und Museen und betreibt den Blog irgendwiejuedisch.com.
Botschafter Dr. Felix Klein ist seit Mai 2018 Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus.

Eine Veranstaltungs des Leibnizforums der Katholischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem Verlag Droemer Knaur.